Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstellung Förderbeginn 1.9D
Nikolaus
Mo., 05. Feb. 2007, 09:42:32
Hallo zusammen!
Ich hab mal ne Frage: Wie stell ich den Förderbeginn beim Berlingo/Partner richtig ein? Werte hab ich, bräucht aber das Vorgehen. Nachdem sich die Pumpe nicht drehen lässt, muss man es wohl über die Riemenscheibe machen. Also: Pumpe auf UT, Messuhr nullen, Motor auf OT, Förderbeginn auslesen. Wenn dieser nicht passt, die drei Schrauben an der Riemenscheibe lösen und (bei Motor immer noch auf OT) die Welle der Pumpe innerhalb der Riemenscheibe drehen bis FB stimmt. Passt das so? Es ist glaub ich sehr hakelig, die Riemenscheibe fest zu lassen und innen drin die Welle der Einspritzpumpe zu drehen. Geht das eleganter oder gibts da Tricks? Und gibt es ne andere Möglichkeit, den OT des Motors festzustellen, als dieses frickelige Arretieren im Loch in der Nähe des Anlassers?
Hier noch das Auto: Partner, BJ 98, 1868 ccm (DW8), inzwischen Bosch-Esp.
Würd mich echt freuen, wenn mir dazu wer was sagen könnte.
Danke und Gruß,
Nikolaus
Fossi
Mo., 05. Feb. 2007, 17:55:00
Moin,
das geht normalerweise immer über drehen der Pumpe. Dazu sind entweder im Pumpenflansch oder im Befestigungswinkel der Pumpe Langlöcher.
Aber du hast, wenn ich's richtig verstanden habe, Lucas gegen Bosch getauscht.
Könnte es sein, daß die Lucas die Langlöcher im Flansch hatte? Die Bosch dürfte dort nur Gewinde haben (M10?, ist'n paar Jahre her, daß ich die Dinger gebaut habe). Ein verdrehen oder versetzen der Riemenscheibe gegenüber der Kupplungsscheibe der VE dürfte nicht gehen, oder hast du Langlöcher in der Riemenscheibe? Auf keinen Fall darfst du die Kupplungsscheibe (schwarze Scheibe mit einem Schlitz und 3 Gwinden) von der Antriebswelle der VE lösen. Ihre Position ist von Werk (Bosch) her genau zur Pumpe hin eingestellt. Wenn der Schlitz in der Kupplung genau nach oben (Richtung Achse "Gashebel") zeigt, kann man einen Stift in Schlitzbreite durch den Schlitz in ein Indexloch im Pumpenflansch stecken und die Pumpe in dieser Stellung fixieren. Diese Stellung entspricht OT Zylinder 1 des Motors = Druckförderbeginn der Pumpe = der Punkt, den du auch mit der Uhr einmißt.
Btw: Hat deine Pumpe am anderen Ende so einen schwarzen Platikkasten mit einem 3-poligen Stecker über dem Abstellventil montiert?
Nikolaus
Di., 06. Feb. 2007, 10:42:50
Hi,
zunächst: Tausch stimmt, Drehen ist bei beiden Pumpen aber nicht möglich (gewesen). Die Riemenscheibe hat aber Langlöcher, wenn auch nur sehr kurze. Dies ist meineserachtens die einzige Möglichkeit, die Stellung der Pumpenwelle gegen die der Kurbelwelle des Motors zu verstellen und somit den Förderbeginn einzustellen.
Und: die Indexarrettierung der Kupplungsscheibe zeigt wohl den UT der Pumpe = Förderbeginn an. Dieser ist eben nicht der OT des 1.Zylinders, sondern gegen diesen um eben den Einstellwert (0,58+- 0,04 mm bei Standartdüsen (125 bar)) verschoben.
Ach ja, und: Meine Esp hatte http://www.berlingo.org/images/smilies/smile.gif einen schwarzen Plastikkasten über dem Abstellventil. Dies war die Wegfahrsperre, und sie ist weggeschnitten/-gebrochen worden, weil der Anschluss nicht klappte. Jetzt kann der Absteller direkt angesteuert werden.
Grüße!
Fossi
Di., 06. Feb. 2007, 16:52:28
Moin,
dann geht bei dir die Verstellung über diese Langlöcher, bzw Versetzen des Zahnriemens um einen Zahn, wenn sie nicht ausreichen.
Hi,
Und: die Indexarrettierung der Kupplungsscheibe zeigt wohl den UT der Pumpe = Förderbeginn an.
UT der Pumpe ist NICHT gleich Druckförderbeginn.
Druckförderbeginn ist der Punkt, andem die Düse öffnet und die Einspritzung beginnt, der Druck also schon aufgebaut ist. Die Pumpenwelle muß sich dazu einen gewissen Winkel von UT weg bewegen. Der Pumpenkolben macht schon einen gewissen Hub, der aber nur zum Druckaufbau dient. Diesen Hub ist der Wert, den du mit der Uhr mißt. In dieser Stellung bleibt die Pumpenwelle nicht von alleine stehen, sie dreht bei Entlastung einen kleinen Winkel zurück. An der Stellung Kupplungsschlitz zu Indexloch macht das ca 2mm aus, wo Schlitz und Indexloch im Pumpenflansch nicht mehr deckungsgleich sind.
BTW: poste mal die 10stellige Nr, die oben im Typenschild der Pumpe steht.
Nikolaus
Mi., 07. Feb. 2007, 10:54:17
Hallo,
OK, klar, UT der Esp ist nicht Förderbeginn, sondern Druckaufbaubeginn. Der Förderbeginn hängt nämlich von den Düsen ab, genauer vom Düsenöffnungsdruck (DÖD). Ich betone das alles so umständlich, weil ich eben nicht Düsen mit dem Standart-DÖD von etwa 125 bar habe, sondern einen DÖD von 180 bar (hat mit dem Kaltstartverhalten mit Pflanzenöl zu tun, ist ein anderes Thema; wohlgemerkt, jetzt fahr ich schon noch mit Diesel).
Um bei diesem Druck denselben effektiven Förderbeginn zu erhalten, muss ich mit dem Druckaufbau also etwas früher beginnen (etwa 0,8mm vor OT). Deshalb braucht der FB einstellen.
Wenn ich dich richtig verstanden habe und der Kupplungsschlitz aber den (Standart-)Förderbeginn markiert, so gilt das jetzt wohl nicht mehr. Dann entspricht die Bosch-Werkseinstellung eben den erwähnten 0,58 mm nach UT und sollte hierbei eben doch verstellt werden.
Die Langlöcher in der Riemenscheibe dienen dann nur dem Spannen des Zahnriemens (bei im Indexloch arrettierter Pumpe und damit festgehaltenem Förderbeginn).
Die Teilenummer hatte ich hier schon mal gepostet, ist 0 460 494 462.
Grüße.
Fossi
Mi., 07. Feb. 2007, 16:28:27
Moin,
ah, jetzt kapier ich dein Problem, du kannst das Indexloch nicht benutzen durch den geänderten FB.
Wenn die Abbildung im Buechli stimmt, hat deine Pumpe eine Blockierschraube. Das ist ne Sechskantschraube, die seitlich direkt hinterm Flansch sitzt und mit einem U-förmigen Blech unterlegt ist. (Das schau ich mir aber heute Nacht (Nachtschicht) noch genauer an, deßhalb die Nr). Falls die Schraube da ist, kannst du den geänderten FB folgendermaßen einstellen:
Blockierschraube etwas lösen und das Blech entnehmen. Uhr in die Pumpe und Pumpenwelle auf deinen FB-Wert drehen und halten (dazu evt langen Schraubendreher im Kupplungsschlitz oder ähnlichen Hebel benutzen) Blockierschraube in dieser Position ohne Blech festziehen. Die Pumpenwelle ist jetzt in dieser Position (=geänderter FB) blockiert. Kupplungsschlitz sollte ungefähr nach oben zeigen. Motor auf OT, Schrauben in den Langlöchern etwas lösen, Riemen auflegen und spannen, Schrauben in den Langlöchern festziehen. Blockierschraube lösen, U-Blech wieder drunter und anziehen.
Nikolaus
Mi., 07. Feb. 2007, 18:01:07
Danke, so werd ich's mal probieren. Dann berichte ich auch, wird aber wohl vor dem Wochenende nix werden.
Fossi
Do., 08. Feb. 2007, 15:38:48
Moin,
so, hab mal nachgeschaut. Die ersten Serien deiner Pumpe haben die beschriebene Entlüftungsschraube mit dem 1mm starken U-Blech. Spätere Serien haben an der Stelle nur noch einen Verschlußstopfen (Inbus) ohne Blech. Sieht so (http://freenet-homepage.de/fossi_firefox/bs.gif) aus. Dann kannst'e die Pumpe nicht blockieren.
Das einzige was mir dann noch einfallen würde wäre Pumpe mit original-FB einbauen, Motor von OT zurückdrehen(Pumpe auf UT), Riemenscheibe zur Kupplung über die Langlöcher etwas nach rechts verdrehen, evt auch um einen Zahn versetzten, falls die Langlöcher nicht reichen. Motor wieder auf OT, messen, und sich so langsam an deinen Wert rantasten.
Fossi
Do., 08. Feb. 2007, 15:40:32
..beschriebene Entlüftungsschraube
noch nicht richtig wach, meine natürlich Blockierschraube.
Fossi
Do., 08. Feb. 2007, 15:44:00
..etwas nach rechts verdrehen,
Oh mann, :doh:
nach links natürlich, du willst ja nach früh verstellen.
Ich glaub, ich brauch noch nen Kaffee.
Nikolaus
Do., 08. Feb. 2007, 16:37:31
Hi,
ich komm grad in meine Nachmittagsflaute, hol mir also dann auch einen Kaffee http://www.berlingo.org/images/smilies/smile.gif.
Meinst Du, dass man die Kupplungsscheibe von der Pumpenwelle lockern kann, um (bei fixierter Riemen- und daran noch festgeschraubter Kupplungsscheibe) die Welle zu verdrehen? Dann bin ich nicht auf die Langlöcher angewiesen (der Zahnriemen ist auch schon drauf). Außerdem kann ich die Pumpe dann wieder bei OT_Motor am Indexloch fixieren (mit dann verändertem FB).
Fossi
Do., 08. Feb. 2007, 20:11:23
Nein, wie willst du die Welle auf FB halten und gleichzeitig die Kupplungsscheibe neu montieren? Wenn du die Welle losläßt dreht sie von allein von FB runter. Aßerdem kannst du nicht sicherstellen, das sich die Welle beim Anziehen der Wellenmutter nicht gegen die Kupplungsscheibe verdreht. (Dazu dient im Werk die Blockierschraube, die früher einfach in der Pumpe gelassen wurde und später aus Kostengründen wiederverwendet wurden. Dann kam dort eine billigere Verschlußschraube rein.)
Du kannst ja auch mal bei nem Bosch-Dienst nachfragen, vielleicht haben die noch ne Idee. Evt für ein paar Euros dort nur den FB einstellen lassen.
Nikolaus
Mo., 12. Feb. 2007, 11:39:38
Hallo,
die Wochenendschrauberei hat mich bzgl. des Förderbeginns etwas erfreut aber auch verwirrt zurückgelassen. Ich wollte also den FB Richtung früher stellen, hab zunächst aber den aktuellen mal gemessen. Und was soll ich sagen, er war bei 0,82mm nach UT. Aufs hundertstel genau der Wert, den ich eigentlich einstellen wollte. Hab mir dadurch die etwas unsaubere Verstellung durch die Riemenscheibe erspart.
Aber komisch ist das schon; beim Zahnriemenwechsel war die Pumpe sowie die Kurbelwelle und die Nockenwelle arrettiert.
Die Pumpe war also eigentlich durch Stellung Kupplungsscheibe zu Pumpenwelle auf Werks-FB eingestellt. Dieser sollte besagt 0,58 sein, war aber tatsächlich wohl 0,82http://www.berlingo.org/images/smilies/gruebel.gif. Genau mein Wert.
Jetzt fällt mir gerade aber noch ein, dass die automatische Kaltstartbeschleunigung ("Choke"; das ist der hintere Hebel, an dem hängt ein Seilzug) den FB ja auch etwas Richtung früh verschiebt. Die war sicher an, weil der Motor eine Weile in der Werkstatt stand und kalt war. Aber so viel sollte das ja wohl auch nicht sein, oder?
Naja, soviel soweit.
Grüße
Fossi
Mo., 12. Feb. 2007, 17:04:12
Moin,
Jetzt fällt mir gerade aber noch ein, dass die automatische Kaltstartbeschleunigung ("Choke"; das ist der hintere Hebel, an dem hängt ein Seilzug) den FB ja auch etwas Richtung früh verschiebt. Die war sicher an, weil der Motor eine Weile in der Werkstatt stand und kalt war. Aber so viel sollte das ja wohl auch nicht sein, oder?
Der KSB(Kaltstartbeschleuniger) kann diese Verschiebung bewirken. Nur, du hast AFAIK keinen KSB-Hebel, der müßte unterhalb des VH-Seilzugs liegen; kann's leider nicht nachschauen, habe diese Woche Urlaub. Wenn du den Hebel meinst, der seitlich, oben am Pumpendeckel sitzt, wie ein umgedrehtes "T" aussieht und 2 Anschlagschrauben hat; der erhöht nur die Leerlaufdrehzahl bei kaltem Motor.
Die Verschiebung könnte aber auch durch Toleranzen des neuen Zahnriemens kommen.
Und, wie läuft der Motor mit dieser Einstellung? Hat er die gewohnte Leistung? Wird er wärmer als früher?
Nikolaus
Mo., 12. Feb. 2007, 17:23:45
Hmm, ich meinte den Hebel hinterhalb der Pumpe links. Der hat zwei Anschlagschrauben. Der erhöht die LL-DZ im kalten Zustand; dachte, der verändert vielleicht auch den FB.
Zumindest bin ich zufrieden mit dem Motorlauf. Soweit ich mich erinnern kann (dass er noch mit Lucas gelaufen ist, ist schon 4 Monate her), ist die Leistung und die Wärme vergleichbar.
Hab dann eh recht bald die Fördermenge knapp an die Rußgrenze rangetastet und hier noch ein oder zwei zusätzliche Pferdchen mobilisieren können.
Anspringverhalten ist gut, etwas paradox. Wenn er kalt ist machts Gna-Rumm, bei warm dann Wähähä-Rumm, also etwa 1-2 Umdreheungen mehr. Keine Ahnung, aber mir passt es so.
Danke für die Schützenhilfe!
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