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TüV: Vorschriften beim Wohnmobilausbau

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  • TüV: Vorschriften beim Wohnmobilausbau

    Heute habe ich den KÜS Prüfer besucht, wohin ich immer zur HU fahre.

    Ich wollte wissen ob und welche Dachfenster ich einbauen darf, und ob ich die Ablage über der Windschutzscheibe nach hinten verlängern darf, obwohl die Dachairbags von vorn bis ganz hinten gehen. Der Prüfer hat mich zum TüV weiter geschickt, denn alle solchen Veränderungen am Auto darf er nur akzeptieren mit ABE, TüV Gutachten und / oder eingetragen. Sie machen bei dieser KÜS zumindest solche Gutachten nicht. Er müsste mich wegschicken, wenn ich mit Umbau und ohne Gutachten zur HU komme.

    Also war ich danach beim TüV, und der Prüfer dort hat mir alles ganz genau erklärt.

    1. Ablage-Verlängerung: nur mit Hersteller-Bestätigung. Vermutlich werde ich die nicht bekommen, weil der lange Dachairbag zwar unten im Dach direkt an der Oberkante der Türen rauskommt, aber die Abdeckung spreizt sich dafür. Dann darf kein Brett im Weg sein. Also vergessen. Nach einer Ablage längs durch die MItte am Dach entlang, so wie beim Modutop, habe ich nicht gefragt.

    2. Dachfenster / Lüfter: Auch hierfür ist eine Freigabe des Herstellers nötig, weil nicht nur die Querholme das Dach stützen, die man auch von innen sieht, sondern es auch Autos mit Längsverstärkung im Dach gibt.

    Der Autohersteller müsste dafür eine Freigabe geben, auch für den genauen Einbauort. Oft liegt diese auch schon vor beim Hersteller der Dachfenster. Wenn ich einfach eines einbaue und er das Fenster bei der HU sieht, kann er nicht mehr beurteilen, was ich alles durchsägt habe, und ich bekomme ggf. keine Plakette mehr. So ist es jedenfalls grundsätzlich erst einmal vorgeschrieben.

    3. Wohnmobilausbau: Mit meinem CEE (siehe meine Signatur) Anschluss ist alles ok, damit hat er nichts zu tun so lange nichts hervorragt, was z. B. Fußgänger verletzen könnte etc.

    Aber er hat mir noch etwas gesagt, weil ich meine Sitze ausgebaut habe: Wenn ich die Sitze ausbaue und Einbauten mache, die nicht mal eben rausgenommen werden können, weil fest verschraubt, dann müssen die Sitze aus den Fahrzeugpapieren ausgetragen werden! Und nicht nur die Sitze, die Gurte müssen dann auch raus (oder so verkleidet werden, dass er sie nicht mehr sehen kann). Das hat gar nichts mit Wohnmobilausbau und -Zulassung zu tun. Sondern damit, dass die eingetragenen Sitze auch benutzbar sein müssen. Zumindest müssen sie direkt einbaubar sein, falls im Moment nicht vorhanden. Ausgetragen werden sie beim TüV, er kann das auch machen, kostet ca. 50 €. Danach darf ich sie aber nicht wieder einbauen, sollte ich mal den Wunsch haben. Davon hatte ich noch nie etwas gehört!

    Wenn man das nicht will, bleibt als letzte Lösung, das Auto vor der HU so zurückbauen dass alle Sitze drin sind inkl. Gurten.

    4. Wohnmobil als solches begutachten und eintragen:
    Er meint, dass sich das erst für Autos ab 2,9? Tonnen lohnt wegen der Steuer. Ich soll meine Versicherung fragen, ob es für mich Sinn macht. Dann hat er mir noch die Bedingungen für die Anerkennung als Womo erklärt. Mein geplanter Ausbau mit Bettsofa, Schrank, Spüle und Kocher wäre ok, den (portablen) Gaskocher müsste ich festschrauben, sonst keine Einwände.

    Sollte ich das Womo eintragen lassen wollen, hat er angeboten, erst einmal unverbindlich mit dem Ausbau vorbei zu kommen, dann sieht er es sich an, sagt was ggf. noch geändert werden muss und dann wird erst der Prüftermin gemacht. Das gilt auch, wenn ich unsicher bin wegen der Hauptuntersuchung. Die Auskunft heute war auch kostenlos, obwohl ich bestimmt 25 Minuten mit ihm gesprochen habe.

    Wieder was gelernt!
    Viele Grüße, Christiane

    mein dritter Berli:
    e-HDI 90 Selection, schwarz
    Musketier Hinterachsfedern, Westfalia AHK
    Orga-Nr. vom 09.12.14, bei mir seit 02.01.15
    Meine Camping-Alben:
    Singlecamper-Ausbau
    Versorgerbatterie im Koffer
    CEE-Stromversorung 3-er Berlingo / Partner

  • #2
    Zitat von Berlinginia Beitrag anzeigen
    [...]Also war ich danach beim TüV, und der Prüfer dort hat mir alles ganz genau erklärt.
    1. Ablage-Verlängerung: nur mit Hersteller-Bestätigung. Vermutlich werde ich die nicht bekommen, weil der lange Dachairbag zwar unten im Dach direkt an der Oberkante der Türen rauskommt, aber die Abdeckung spreizt sich dafür.[...]
    2. Dachfenster / Lüfter: Auch hierfür ist eine Freigabe des Herstellers nötig, weil nicht nur die Querholme das Dach stützen, die man auch von innen sieht, sondern es auch Autos mit Längsverstärkung im Dach gibt.
    [...] Aber er hat mir noch etwas gesagt, weil ich meine Sitze ausgebaut habe: Wenn ich die Sitze ausbaue und Einbauten mache, die nicht mal eben rausgenommen werden können, weil fest verschraubt, dann müssen die Sitze aus den Fahrzeugpapieren ausgetragen werden! Und nicht nur die Sitze, die Gurte müssen dann auch raus (oder so verkleidet werden, dass er sie nicht mehr sehen kann). Das hat gar nichts mit Wohnmobilausbau und -Zulassung zu tun. Sondern damit, dass die eingetragenen Sitze auch benutzbar sein müssen. Zumindest müssen sie direkt einbaubar sein, falls im Moment nicht vorhanden.[...]
    Wenn man das nicht will, bleibt als letzte Lösung, das Auto vor der HU so zurückbauen dass alle Sitze drin sind inkl. Gurten.
    4. [...] die Bedingungen für die Anerkennung als Womo erklärt. Mein geplanter Ausbau mit Bettsofa, Schrank, Spüle und Kocher wäre ok, den (portablen) Gaskocher müsste ich festschrauben, sonst keine Einwände.[...]
    Berlinginia,
    vielen Dank.

    Deswegen bin ich so vorsichtig. Als Beispiel kann ich noch nennen: Was werksmäßig am Auto verbaut ist, muß auch funktionieren (betrifft sozusagen alles "Sicherheitrelevantes"). Das gilt auch für rechte Außenspiegel mit Riss im Glas, wenn ein Innenspiegel vorhanden ist. Außenspiegel abmontieren ginge, würde aber auch ausgetragen...
    Ich werde aber beim TüV auch noch nachfragen, bevor ich den Schnullerbunker "ausbaue" (doppeldeutig) und eine neue Bodenplatte setzte. Die Bestuhlung muß reversibel sein. Bei einem 5000€-Auto und vorhandenem Zweitwagen würde ich nicht lange fackeln.
    Dach wird vlt. durch Streifen entdröhnt und vollgedämmt, aber der Himmel wohl so wieder eingebaut. Ein einzigstes wäre eine Kürzung des Himmel hinter der C-Säule nachzufragen, was der TüV davon hält.

    Top Info von dir, Andi
    Citrone Berlingo XL BlueHDI 130 Camper
    Schalter, 5 Sitzer, Marderschutz, Spritmonitor Diesel

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    • #3
      Wenn man aber einerseits bedenkt, das in meiner Zulassung acht Sitze eingetragen sind, macht diese Aussage keinen Sinn. Zumal im PKW keine Doppelsitzbank vorn gibt und die hinteren zwei Sitze in der 3. Reihe nur optional bestellbar sind.
      Anderseits ist in fast jedem Handwerkerauto ein Regalsysteme ohne Eintragung verschraubt. (Ich habe bei meinem so etwas jedenfalls nicht für meinen Dienstwagen.)
      Manche bekommen auch zusätzlich Be- und Entlüftungsöffnungen nachträglich montiert.

      Citroen kooperiert ja mit Wohnmobilausstattern. Hier würde ich mir eine zweite Meinung einholen.
      Berlingo Shine Blue HDi120 S&S, Bj.2016
      Multifunktionsauto: PKW / Transporter /Camper
      Album, mein Berlingo Minicamper

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      • #4
        Hallo Uwe,

        hat dein Handwerkerauto denn 5 Sitze eingetragen? Vermutlich doch nicht?

        Nur darum geht es. Man darf da einbauen was man will, solange gut gesichert und die Karosserie nicht verändert wird. Und am Ende muss die richtige Anzahl Sitze eingetragen sein. Die müssen nicht alle montiert sein. Nur montierbar, ohne feste Einbauten ausbauen zu müssen.

        Wenn es für die Zusatzbelüftungen eine Freigabe seitens Citroen gibt, ist es auch kein Problem.
        Viele Grüße, Christiane

        mein dritter Berli:
        e-HDI 90 Selection, schwarz
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        • #5
          Hallo Uwe,
          Regale sind hier als Ladungsgut zu sehen, für deren Sicherung letzlich der Fahrer verantwortlich ist. Darin liegende Ersatzteile dürfen jedenfalls niemanden und die Verkehssicherheit gefährden.

          Ich denke das mit den Sitzen ist die maximal mögliche Anzahl gemeint, die verbaut werden können? Es dürfen zudem nur soviele Personen mitgeführt werden, für die Sitze und Gurte vorhanden sind.
          Beim TüV gibt es zudem viele Aussagen wenn ich nur oft genug frage :-) Die nächste TüV-Stelle wird evtl. nicht groß nachfragen, wo die Sitze, Gurte geblieben sind. Ich denke, ausschlaggebend ist die feste Verbauung, die einen Wiedereinbau verhindert. Wenn ich was transportieren möchte, dann darf ich bis auf dem Fahrersitz alle Sitze einbauen.
          Letztlich eine Frage des geringsten Wiederstandes :-)
          Gruß, Andi
          Citrone Berlingo XL BlueHDI 130 Camper
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          • #6
            Zitat von Berlinginia Beitrag anzeigen
            [...]Und am Ende muss die richtige Anzahl Sitze eingetragen sein. Die müssen nicht alle montiert sein. Nur montierbar.[...]
            Wie schön bei dir alles, per Definition, in einen Satz paßt...
            Citrone Berlingo XL BlueHDI 130 Camper
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            • #7
              Hallo Andi,

              es wäre interessant, noch eine weitere TüV Meinung zu haben. Mach das ruhig, daraus lernen wir.

              Vielleicht bekommt man wegen der fehlenden Sitze bei anderen Prüforganen wie KÜS, Dekra etc. weniger Probleme. Bei den sicherheitsrelevanten wie der Airbag Geschichte und dem Dachfenster werden sie sich eher einig sein, denke ich.
              Viele Grüße, Christiane

              mein dritter Berli:
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              • #8
                "Frag den TüV":

                Hallo,
                soeben kurzes, informatives Gespräch mit dem TüV gehabt.
                1) Sitze, die von Werk eingebaut sind, müssen bei der TüV-Prüfung vorhanden sein. Ansonsten müssen sie ausgetragen werden. Also hier nichts neues.
                2) Der Dachhimmel muß unverändert bleiben, Dämmen und Entdröhnen geht jedoch. Ansonsten benötigt man eine Herstellerfreigabe, die man wahrscheinlich aber nicht bekommt. Auch von einem Kürzen des Dachhimmels oder wird abgeraten.
                3) Ausbau des Fußbodenbereichs der Schnulletboxen mit neuer Bodenplatte, vgl. Laderaumplatte. Solange keine Eingriffe in die Fahrzeugstruktur vorgenommen werden problemlos. Läuft unter Ladung.
                Wenn ich kann, baue ich die Schnullerboxen aus, um zu sehen, ob es sich überhaupt lohnt.
                Gruß, Andi
                Citrone Berlingo XL BlueHDI 130 Camper
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                • #9
                  Bei meinem Umbau hat der TÜV noch nie was bemängelt.
                  Unsere Rückbank ist seit 16 Jahren ausgebaut und stattdessen haben wir unser fest verbautes „Schlafpodest“ im Berlingo.
                  Vielleicht ist das bei einem 20 Jahre alten Berlingo ja anders. Unserer hat ja keine Schiebetüren.
                  Berlingo 1.8 l , EZ 11/97, ca. 235.000 km
                  kurbelgehäuseentlüftungsbeheizt
                  neue Kupplung und neues generalüberholtes Getriebe mit 230.000 km – ansonsten aber alles

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                  • #10
                    Jetzt haben wir 2x dieselbe Auskunft bekommen, ich glaube schon dass die Vorschrift grundsätzlich so ist. Offensichtlich sieht das mancher Prüfer aber nicht so eng, oder es fällt ihm nicht auf. Dieselbe Aussage wie von Heike habe ich auch von dem Besitzer eines selbst ausgebauten VW Busses bekommen, den noch nie jemand nach den Sitzen gefragt hat.

                    Es wird eine Gratwanderung sein, wenn man das erste Mal nach dem Ausbau zur HU fährt. Natürlich kann man woanders hinfahren, wenn der erste es nicht durchgehen lässt. Leider muss man dann noch mal bezahlen. Bei uns beim KÜS kostet die HU für meinen Berlingo knapp 100 €. Also am besten Selbstausbauer in der eigenen Gegend kennenlernen und sich erkundigen wo man am besten die HU machen lässt. Oder eben alles vorher ausbauen und die Sitze wieder reinsetzen.

                    Oder gleich die Sitze austragen lassen, dann kostet es 1x 50 €, und die Sitze sind für immer weg.

                    Blöd das Ganze.
                    Viele Grüße, Christiane

                    mein dritter Berli:
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                    Orga-Nr. vom 09.12.14, bei mir seit 02.01.15
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                    Singlecamper-Ausbau
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